Generative KI vs. klassischer Fotografie
Projektzeitraum: Juli 2026
Herlinde Koelbl, Stuart Sandford und Marcos Alberti zeigen in ihren Porträtserien, wie viel ein Gesicht erzählen kann. Unser Experiment ist eine Hommage an sie und an alle, die Bilder sehen, bevor sie entstehen. Wir haben uns eine vergleichbare Aufgabe gestellt, mit generativer KI statt einer Kamera.
Als Versuchsfeld wählten wir den Moment des Orgasmus, genauer: den Gesichtsausdruck. Kaum ein Augenblick bündelt so viele Signale. Hier treffen Mimik, Körperspannung, Verletzlichkeit und Kontrollverlust aufeinander. Die Fotografie muss diesen flüchtigen Moment genau im richtigen Augenblick erwischen.
Wir haben ihn in mehreren Stufen gepromptet. Die Bilder entstanden allein aus Sprache, fremde Bildvorlagen kamen bewusst nicht zum Einsatz. Jeder Schritt verlangte menschliche Bildkompetenz. Zum Experiment gehört auch ein Making-of. Es dokumentiert ein Shooting, das nie stattgefunden hat.
Die eigentliche Erkenntnis liegt für uns in der Übersetzung. Je genauer wir Emotion, Pose, Licht und Atmosphäre in Worte fassten, desto überzeugender wirkten die Bilder. Die KI selbst hat weder Wahrnehmung noch Urteilsvermögen. Bildkompetenz zeigt sich heute auch in der Sprache.


















