Eine Verbeugung
vor dem Punsch

Die besten Punschrezepte der Welt

Bald ist Punsch wieder in aller Munde. Auf Weihnachtsfeiern ist er ein gern gesehener Gast. Manchmal sogar der beste Dolmetscher am Tisch. Er bringt Menschen zusammen und nimmt der hektischen Weihnachtszeit ein paar Ecken und Kanten. Wir haben sechs internationale Rezepte getestet. Und nebenbei ein bisschen gepromptet.

Weihnachtsfeier im Büro: Fünf Kollegen stoßen an, einer steckt bis zur Krawatte in einem Tannenbaum.

Paantsch

Aus Indien, 17. Jahrhundert. Für 6 Gläser, 15 Minuten und 1 Stunde Ziehzeit. Der Urahn aller Punsche. Englische Seeleute der East India Company mischten ihn dort und brachten ihn nach Europa. Fünf Zutaten, daher angeblich der Name: Auf Hindi heißt pāñc, gesprochen paantsch, fünf.

Zutaten

  • 4 Bio-Limetten
  • 150 g Rohrzucker oder Jaggery
  • 300 ml Arrak, etwa Batavia Arrack aus Java
  • 500 ml leichter Schwarztee, heiß
  • Muskatnuss

Zubereitung

Limetten dünn schälen und die Schalen mit dem Zucker kräftig verreiben. Eine Stunde ziehen lassen, bis der Zucker die Öle aus der Schale gezogen hat. Dann die Limetten auspressen, den Saft zum Zucker geben und rühren, bis er sich löst. Schalen herausnehmen, Arrak dazugießen und mit dem heißen Tee auffüllen. Zum Schluss Muskat frisch darüberreiben.

Die Kollegin ist jetzt ein Rentier mit roter Nase und springt über eine Kollegin mit Weihnachtsmannmütze und Bart, die am Boden liegt.

Feuerzangenbowle

Aus Deutschland. Für 10 Gläser, 45 Minuten.

Zutaten

  • 2 l trockener, fruchtiger Rotwein
  • 2 Bio-Orangen, 1 Bio-Zitrone
  • 2 Zimtstangen, 5 Nelken, 2 Sternanis
  • 1 Zuckerhut (250 g)
  • 350 ml brauner Rum mit mindestens 54 % Vol.
  • Feuerzange und Rechaud

Zubereitung

Orangen und Zitrone heiß waschen. Eine Orange in Scheiben schneiden, die übrigen Früchte auspressen. Wein mit Saft, Scheiben und Gewürzen langsam erhitzen. Er soll dampfen, aber nie kochen. Den Topf auf das Rechaud stellen, die Zange darüberlegen und den Zuckerhut daraufsetzen. Zuckerhut mit Rum tränken und anzünden. Rum nur mit einer Metallkelle nachgießen, nie aus der Flasche, und erst, wenn die Flamme fast erloschen ist, bis der Zucker ganz in den Wein getropft ist. Umrühren und heiß servieren.

Tanz durchs Büro, eine Kollegin mit Weihnachtsmannmütze und Bart liegt auf dem Boden.

Eggnog

Aus Großbritannien und den USA. Für 6 Gläser, 20 Minuten und 3 Stunden Kühlzeit.

Zutaten

  • 4 Eigelb
  • 100 g Zucker, 1 Prise Salz
  • 500 ml Vollmilch, 250 ml Sahne
  • 1 Zimtstange
  • 120 ml brauner Rum, 60 ml Bourbon oder Cognac
  • Muskatnuss

Zubereitung

Milch mit der Zimtstange aufkochen. Eigelb, Zucker und Salz hell aufschlagen und die heiße Milch langsam unterrühren. Alles zurück in den Topf geben und bei kleiner Hitze rühren, bis die Creme auf dem Kochlöffel liegen bleibt. Das ist bei etwa 82 °C erreicht, ab 85 °C gerinnt sie. Durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen. Sahne, Rum und Bourbon einrühren und mindestens 3 Stunden kalt stellen. Mit frisch geriebener Muskatnuss servieren.

Das Rentier trägt einen Kollegen huckepack über den Flur, die anderen laufen hinterher.

Cola de mono

Aus Chile. Für 6 Gläser. Zubereitung 20 Minuten, dazu Zieh- und Kühlzeit. Cola de mono bedeutet „Affenschwanz“. Einer Legende zufolge hieß das Getränk zunächst „Colt de Montt“, nach dem Revolver des Präsidenten Pedro Montt. Daraus soll später „Cola de mono“ geworden sein.

Zutaten

  • 1 l Vollmilch
  • 150 g Zucker
  • 1 Zimtstange, 5 Nelken, etwas Muskat
  • Schale einer halben Bio-Orange
  • 200 ml Espresso oder sehr starker Kaffee
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 250 ml Aguardiente oder Pisco

Zubereitung

Milch mit Zucker, Gewürzen und Orangenschale erhitzen und kurz vor dem Kochen vom Herd nehmen. Zugedeckt eine Stunde ziehen lassen, dann durch ein Sieb gießen. Kaffee und Vanille einrühren und alles im Kühlschrank richtig kalt werden lassen. Erst dann den Aguardiente dazugeben, so bleibt die Milch glatt. Eiskalt servieren, in Chile gern mit Pan de Pascua.

Ein Kollege steht in Engelsflügeln und Boxershorts auf dem Schreibtisch.

Sobolo

Aus Ghana, in Nigeria heißt er Zobo und gehört dort zu Weihnachten. Für 8 Gläser, 40 Minuten und Kühlzeit.

Zutaten

  • 2 l Wasser
  • 50 g getrocknete Hibiskusblüten
  • Schale einer Ananas, 300 ml Ananassaft
  • 5 cm Ingwer, 6 Nelken, 1 Zimtstange, nach Wunsch 1 getrocknete Chili
  • 100–150 g Zucker
  • nach Wunsch 200 ml weißer Rum
  • Eis

Zubereitung

Ananasschale, Ingwer in Scheiben und Gewürze im Wasser 15 Minuten kochen. Vom Herd nehmen, die Hibiskusblüten dazugeben und 20 Minuten ziehen lassen. In Ghana kocht man die Blüten oft mit, nur gezogen schmeckt er milder. Abseihen, Zucker und Ananassaft einrühren und kalt stellen. Auf Eis servieren, nach Wunsch mit einem Schuss Rum.

Zwei Kollegen umarmen sich lachend hinter einer Zimmerpalme.

Christmas Punch

Nach australischer Art, wo Weihnachten in den Sommer fällt. Für 10 Gläser, 10 Minuten. Ein festes Rezept gibt es dort nicht, nur die Regel: Mango, Passionsfrucht und Sekt statt Zimt und Nelken.

Zutaten

  • 300 ml Gin
  • 500 ml Mangonektar, gut gekühlt
  • Fruchtfleisch von 4 Passionsfrüchten
  • 60 ml Limettensaft
  • 750 ml trockener Sekt, gut gekühlt
  • 250 ml Sodawasser
  • ein großer Eisblock, Minze

Zubereitung

Gin, Mangonektar, Passionsfrucht und Limettensaft in einer großen Schüssel verrühren. Einen großen Eisblock hineinsetzen, er schmilzt langsamer als Würfel. Erst kurz vor dem Servieren mit Sekt und Soda auffüllen, damit die Kohlensäure bleibt, und Minze darüberzupfen.